Lexikon
Im Lexikon finden Sie Begriffe aus Bauphysik und Bauchemie, erklärungsbedürftige Fachbegriffe und Eigenschaften einiger Baumaterialien. Es wird laufend ergänzt und ist als baubiologisches Nachschlagewerk angelegt.

Allergien
sind eine Überreaktion des Organismus auf bestimmte Substanzen, die Allergene. Sie sind Anzeiger dafür, daß das Immunsystem durch verschiedenste Einflüsse insgesamt überlastet ist. Die bekanntesten Allergene sind neben Blütenpollen Bakterien, Insektengifte, Nahrungsmittel, Medikamente, Milch, Staub und chemische Verbindungen, aber auch Temperatur- und Höhenunterschiede, Lichteinflüsse, Farben und psychische Eindrücke. Wirksamste Gegenmaßnahmen sind die Vermeidung des Allergens und die Stärkung der körpereigenen Abwehr.

Asbest
faserige Minerale aus Serpentin oder Hornblende
Die langen, verspinnbaren Fasern werden für feuerfeste Schutzkleidung, die kürzeren für Dachplatten, Fassadenelemente, Feuerschutzwände, Flurunterdecken, Bodenplatten, Fußbodenbeläge, Spachtelmassen, Dichtungen, Isolierungen, Asbestzement und Füllstoffe verwendet. Der bei der Verarbeitung von Asbest und durch Abrieb von asbesthaltigem Material entstehende Asbeststaub gilt als krebserregend oder führt zu Asbestose, Lungen-, Rippenfell- oder BauchfeIlkrebs und hat eine Inkubationszeit von bis zu 40 Jahren. Produktion und Einsatz wurden stark eingeschränkt. Die baubiologischen Richtwert-Empfehlungen für Asbest liegen von 0 bis 20 Fasern pro Kubikmeter Raumluft.

Blähperlit, Perlite
wird aus vulkanischem Gestein gewonnen. Unter Hitzeeinwirkung wird es auf das ca. 20-fache seines Volumens schockartig aufgebläht. Blähperlit hat eine gute Dämmwirkung, ist nicht brennbar, ungezieferbeständig und verrottet nicht. Es eignet sich als Schüttdämmung für Hohlräume, die vorher mit einem Rieselschutz abgedichtet werden müssen. Blähperlit nimmt leicht Feuchte auf und wird für einige Anwendungen mit Silikon oder Bitumen imprägniert. In dieser Form sollte es nicht in Innenräumen verwendet werden. Im Brandfall werden giftige Gase freigesetzt. Unbehandelte Schüttungen sind unbedenklich.

Borsalze
Oberbegriff für Borverbindungen
Sie werden als Schutz vor Entflammbarkeit und gegen Schädlingsbefall bei Dämmstoffen und als Holzschutzmittel eingesetzt. Als Imprägnierung verbleiben sie dauerhaft im Dämmstoff und sind nicht flüchtig. Borsalz gilt als ungiftig für den Menschen.

Bitumen
ist der Rückstand bei der Destillation von Erdöl. Es wird bei Wärmezufuhr zähflüssig und bei Abkühlung hart. Bitumen wird im Straßenbau und für Abdichtungsmaterial im Hoch- und Tiefbau eingesetzt.

Dämmstoffe, ökologische
dazu zählen Zellulose, Kork, Schafwolle, Blähperlit, Holzfaserdämmplatten, Holzwolleleichtbauplatten, Kokosfasern, Schaumglas, Flachs, Hanf, Stroh, Schilfmatten, Jute

Diffusion
ist die nichtkonvektive (durch Temperaturunterschiede verursachte Strömung) Durchdringung und Mischung von Gasen und Flüssigkeiten
Diffusionsbewegungen sind beendet, wenn Dampf- oder Gas-Konzentration bzw. Druck auf beiden Seiten gleich sind. Im Wohngebäude sind damit die Wasserdampfbewegungen durch Wände, Decken und Dach bezeichnet. Dabei sind die Dampfdurchlässigkeit der Baustoffe, die Temperatur- und Feuchtedifferenzen und das Dampfdruckgefälle ausschlaggebend. Die Austrocknung von Baustoffen wie z. B. Holz, Beton, Estriche etc. geschieht überwiegend durch Dampfdiffusion. Wird dieser Vorgang durch Dampfsperren, dichte Farben oder Beläge behindert, sind die Folgen dauerhafte Materialfeuchte mit erhöhter Kondenswasserbildung, verminderter Wärmedämmung, Tauwasser und dadurch Fäulnis, Entwicklung von Schimmelpilzen und erhebliche Bauschäden.

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Emissionen
luftverunreinigende Stoffe, die beim Verlassen einer Anlage in die Atmosphäre gelangen z.B. Rauch, Ruß, Abgase

Estrich
fugenloser wärme- und geräuschdämmender Bodenbelag
Estrich ist eine Mörtelschicht, die auf Rohdecken aufgebracht (Verbundestrich) oder durch eine elastische Dämmschicht (Estrichdämmplatten und -dämmstreifen) von der Rohdecke und den Wänden getrennt wird (schwimmender Estrich), z. B. als Anhydritestrich, Magnesiastrich, Zementestrich, Gussasphaltstrich etc.

Flachsdämmung
wird aus Flachskurzfasern gewonnen, mechanisch verfilzt und mit natürlichen Klebstoffen gebunden. Manche Hersteller arbeiten ein Stützgewebe aus Polyesterfasern ein für eine höhere Stabilität des Dämmstoffs. Durch Imprägnierung mit Borsalzen wird der Dämmstoff in die Brandschutzklasse B2 eingestuft und ist resistent gegen Schimmelpilze und Schädlinge. Flachs ist hygroskopisch, d. h. er kann Luftfeuchtigkeit aufnehmen und wieder an die Umgebungsluft abgeben. Er wird zur Wärme- und Schalldämmung, zur Ausfachung von Ständerwänden, zur Abdichtung von Fenstern und Türen etc. verwendet.


Informationen zu Fördermitteln unter http://www.naturdaemmstoffe.info

Gesundes Wohnen
ist wohnen unter Bedingungen, die dem menschlichen Organismus nicht schaden und die Regeneration seiner Kräfte fördern. Das schließt sowohl die unmittelbaren Einflüsse aus dem Bauwerk wie Material, Farben, Gerüche, Licht- und Temperaturverhältnisse usw. als auch psychologische Faktoren wie harmonische Gestaltung, Anordnung der Räume, ausreichende Wohnfläche mit Rückzugsmöglichkeiten und äußere Einflüsse (Garten am Haus, Nachbarn, ...) ein.

Gesundheit
"Zustand vollkommen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens"   Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO

Gütesiegel
muss der Nutzer kaufen, das heißt, er muss seine Produkte und Leistungen und, je nach Prüfkriterien, auch sein Unternehmen einer Prüfung unterziehen. Wenn alle Punkte erfüllt sind, darf er das Gütesiegel auf allen Geschäftspapieren, in der Produktwerbung und für die Produktkennzeichnung benutzen. Dem Verbraucher soll auf diese Weise die Unsicherheit genommen werden, ob er sich auf die deklarierten Eigenschaften des Produktes und auf die vom Unternehmen gegebenen Versprechen verlassen kann. Doch die vermeintliche Entscheidungshilfe stiftet eher Verwirrung. Da jeder ein eigenes Logo bzw. Gütesiegel kreieren kann, ist es schwer, dessen tatsächlichen Stellenwert einzuschätzen.
Der "Blaue Engel" ist z. B. ein privates Umweltzeichen mit staatlicher Beteiligung. Daneben existieren zahlreiche von Verbänden geschaffene Gütesiegel sowie firmen- oder institutseigene Zeichen. Einzelheiten zu Gütesiegeln können bei Verbraucherschutzverbänden und beim Umweltbundesamt erfragt werden.

Weitere Informationen unter http://www.umweltbundesamt.de und in der Label-Datenbank unter http://www.label-online.de

Beispiele für Gütesiegel:

  • Eco-Zertifikat und Prüfsiegel "Bauökologisch empfohlen" vom eco-Umweltinstitut Köln: prüft Produkte nach strengen Kriterien auf gesundheitliche Unbedenklichkeit und Umweltverträglichkeit
    http://www.eco-umweltinstitut.com
  • TÜV-Umweltsiegel vom TÜV Süddeutschland: prüft nach dem Umweltstandard UT 21 den gesamten Produktionsablauf, die Produkte werden jährlich per Stichprobe überwacht
    http://www.tuev-sued.de
  • Zertifikat der "Arbeitsgemeinschaft umweltverträgliches Bauprodukt e. V." AUB: Prüfung nach eigenen Umweltkriterien vom Produktionsprozess bis zum Endprodukt
    http://www.bau-umwelt.com
  • Prüfsiegel "Geprüft und empfohlen vom IBR" Institut für Baubiologie Rosenheim GmbH: Auszeichnung gesundheitlich unbedenklicher Produkte mit Schadstoffprüfung
    http://baubiologie.org
  • RAL-Umweltzeichen "Blauer Engel" Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V.: prüft, ob Produkte im Vergleich zu anderen Produkten mit demselben Gebrauchswert umweltfreundlicher sind
    http://www.blauer-engel.de
  • Europäisches Umweltzeichen: Prüfung, ob Produkte im Vergleich zu herkömmlichen Waren geringere Umweltauswirkungen haben, bewertet wird der Prozess von der Herstellung bis zur Entsorgung
    http://www.europa.eu.int/ecolabel
  • FSC Forest Stewardship Council: strengste Anforderungen; das Holz stammt aus einer naturgemäßen, nachhaltigen und sozialverträglichen Waldwirtschaft
    http://www.fsc-deutschland.de
  • natureplus®Gütesiegel für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen
    http://www.natureplus.de

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Hanf
ist sehr robust, feuchtebeständig und resistent gegen Schädlingsbefall. Er hat sehr gute wärmedämmende und gute schalldämmende Eigenschaften. Beim Anbau von Hanf werden keine Pestizide eingesetzt.


Informationen zu Fördermitteln unter http://www.naturdaemmstoffe.info

Hausstauballergie
Der zweithäufigste Allergieauslöser ist die Hausstaubmilbe (ca. 25 % aller Allergien). Ursache ist der Kot der Hausstaubmilbe, der mit dem Hausstaub zwangsläufig eingeatmet wird. Sie ist mit bloßem Auge nicht sichtbar und ernährt sich hauptsächlich von menschlichen Hautschuppen. In einem Gramm Hausstaub leben bis zu 10 000 Milben. Sie siedeln sich vorrangig auf Plüschtieren, Teppichen, Matratzen, Kissen und Betten an und sind auch durch ständige Reinigung der Räume nicht auszurotten.
Das Risiko kann gemindert werden durch waschbares Spezial-Spielzeug mit glatter Oberfläche bzw. aus Baumwollfrotteestoff, der weitgehend die Ansiedlung von Hausstaubmilben verhindert. Der Umstieg auf synthetische Kissenfüllungen kann nicht empfohlen werden, weil sich in diesen etwa 8x mehr Milben-Ausscheidungen befinden als in Naturfedern. Alternativen sind das Besprühen mit Neemöl, einem Insektenschutzmittel aus der ayurvedischen Medizin, milbendichte Bezüge für Matratzen und Spielwaren aus Holz.

Holzfaserdämmplatten
sind Weichfaserplatten, die durch Pressen von heimischen Nadelholzabfällen hergestellt werden. Sie erhalten ihre Festigkeit mechanisch durch Verfilzen der Holzfasern oder durch holzeigene Harze als Bindemittel. Sie sind auch mit Bitumen oder anderen wasserabweisenden Stoffen beschichtet im Handel. Holzfaserdämmplatten werden als Dachdämmplatten, Ausbauplatten oder zur Trittschalldämmung eingesetzt. Unbeschichtete Platten sind kompostierbar.

Holzwolleleichtbauplatten
werden unter Zusatz der Bindemittel Zement oder Magnesit aus langen Holzfasern zu Platten gepresst. Wegen ihrer geringen Dämmwirkung werden sie als leichte Trennwände, als Schalung für Schüttdämmstoffe oder als Verbundplatten zusammen mit Mineralwolle oder Polystyrol eingesetzt. HWL-Platten haben ein hohes Wärmespeichervermögen und sind gesundheitlich unbedenklich.

Humanökologie
Schutz des Menschen vor schädlichen Einflüssen aus der Umwelt und umgekehrt

Hygroskopizität, hygroskopisch
Fähigkeit eines Stoffes, Wasserdampf aus der Luft zu binden und wieder abzugeben; fälschlich als "atmen" bezeichnet
Hygroskopische Baustoffe und Oberflächen bewirken eine ausgeglichene Luftfeuchte und mindern das Risiko der Kondenswasserbildung. Hygroskopisch sind z. B. Vollholz, Holzwerkstoffe, Kalkputz, Lehm, Papiertapeten, Teppiche aus Naturfasern (Wolle, Baumwolle, Sisal, Hanf etc.).

Immissionen
luftverunreinigende Stoffe, die nahe der Einwirkungsstelle in einem Abstand von 1,5 m über dem Erdboden oder der Oberfläche des Bauwerks nachweisbar sind

Kalk, Baukalk
Rohstoff für Kalk sind Kalkstein, Dolomitstein und Kalkmergel. Kalk ist ein Bindemittel für Mauer- und Putzmörtel. Er kann je nach Zusammensetzung an der Luft und unter Wasser erhärten. Kalk ist gut verarbeitbar, ergiebig, hat ein hohes Wasserrückhaltevermögen, ist geschmeidig, hat aber eine geringere Festigkeit als Beton.

Kokosfasern
werden aus der Fruchthülle von Kokosfasern gewonnen und sind durch pflanzeneigene Gerbstoffe verrottungsbeständig. Sie werden wegen Brandschutz mit den als ungiftig geltenden Borsalzen oder Ammoniumsulfat imprägniert. Kokosfasern sind wärme- und schalldämmend, ungiftig und diffusionsoffen. Die Dämmung wird als Filz, Matte oder Platte und bitumengetränkt angeboten.

Luftfeuchte, absolut und relativ
Je höher die Lufttemperatur, desto mehr Feuchtigkeit kann die Luft aufnehmen. Bei 100 % Wasserdampfgehalt ist die Sättigung erreicht. Die relative Luftfeuchte errechnet sich aus dem Verhältnis der tatsächlich vorhandenen absoluten Luftfeuchte zur Sättigungsmenge. Die Sättigungsmenge wird in g/m3 angegeben.

Mitin
Mitin ist ein nach jetzigem Stand unbedenklicher Stoff, der die Fasern für Motten und Käfer unverdaulich macht. Im Gegensatz zu Eulan bzw. Permethrin ist es kein Kontaktgift, das die Motte oder den Käfer bei Berührung tötet, sondern erst durch das Fressen des Mitins.

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Naturfedern
Das Vorurteil, Kissen mit Naturfeder-Füllung sind ideal für Hausstaubmilben, Asthmatiker und Allergiker müssten deshalb auf Kissen mit synthetischer Füllung umstellen, wurde von Forschern aus Neuseeland widerlegt. Ihre Untersuchungsergebnisse über verschiedene Kissen wurden im "British Medical Journal" 1997 veröffentlicht.
Das Ergebnis: In den Kunstfasern befinden sich etwa 8x mehr Milben-Ausscheidungen als in Naturfedern. Asthmatiker sollten selbst entscheiden, welche Kissenfüllung sie vertragen.

Naturstein
umgangssprachliche Bezeichnung für alle in der Natur vorkommenden Gesteine

Die Einteilung der Gesteine erfolgt nach ihrer Entstehungsart.

  • Magmatite (magmatische Gesteine), Erstarrungsgesteine
  • Plutonite (Tiefengesteine); Hauptvertreter: Granit, Granodiorit, Diorit, Syenit
  • Vulkanite (Ergussgesteine); Hauptvertreter : Diabas, Melaphyr, Basalt
  • Ganggesteine; Hauptvertreter: Lamprophyr
  • Sedimentite (Sedimentgesteine), Ablagerungsgesteine; Hauptvertreter: Sandstein, Grauwacke, Schiefer, Gips, Kalkstein, Dolomit, Kreide, Kohlen
  • Metamorphite (metamorphe Gesteine), Umwandlungsgesteine; Hauptvertreter: Marmor, Gneis, Quarzit
Es gibt keine "guten" und "schlechten" Natursteine. Es gibt nur für den jeweiligen Einsatzzweck geeignete und ungeeignete Natursteine.

Naturwerkstein ist das Ergebnis jeglicher Bearbeitung des Natursteines durch den Menschen.

Beispiele:

  • Bruchsteine, Schotter, Splitte
  • Mauersteine, Pflaster, Borde
  • Platten, Fliesen
  • konstruktiver Naturwerkstein wie: Säulen, Skulpturen, Elemente

Unbearbeitete Natursteine sind in der Regel Findlinge und Kiesel.

Gesteine sind in der Regel vielkörnige Mineralaggregate, die in selbständigen, zusammenhängenden, geologisch kartierbaren und profilierbaren Körpern auftreten. Im Unterschied zum Mineral sind Gesteine heterogene Naturkörper.

Natursteinmauerwerk
Die Ausführung von Natursteinmauerwerk wird durch die DIN 1053, Teil 1 bestimmt. Es wird unterschieden in:

Trockenmauerwerk Zyklopenmauerwerk Bruchsteinmauerwerk Hammerrechtes Schichtenmauerwerk
Trockenmauerwerk Zyklopenmauerwerk Bruchsteinmauerwerk Hammerrechtes Schichtenmauerwerk
 
Unregelmäßiges Schichtenmauerwerk Regelmäßiges Schichtenmauerwerk Quadermauerwerk Schichtenmauerwerk
Unregelmäßiges Schichtenmauerwerk Regelmäßiges Schichtenmauerwerk Quadermauerwerk Referenz: Schichtenmauerwerk

Ökologie
Teilgebiet der Naturwissenschaft, das sich mit den Beziehungen der Lebewesen untereinander und zu ihrer Umwelt befaßt (Standort, Boden, Klima)

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PAK
Abkürzung für polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe

Schadstoffe
zum Download der Adressen für  Schadstoffuntersuchungen im Freistaat Sachsen (Hrsg.: VZ Sachsen)

Schafwolle
wird zur Abdichtung beim Einbau von Türen und Fenstern als Alternative zu PUR-Ortschäumen und in Holzkonstruktionen verwendet. Die Schafwolldämmung ist als Stopfwolle, Dämmfilz und Dämmplatte im Handel. Sie ist zum Schutz vor Schädlingen und gegen Entflammen mit Borax, Mitin oder Borsalzen behandelt, die in der verwendeten Dosierung als unbedenklich gelten.

Schaumglas
entsteht aus einer Glasschmelze unter Zugabe von Kohlenstoff. Es ist dampfdicht und nimmt keine Feuchtigkeit auf. Schaumglas ist druckstabil, nicht brennbar, schädlingsresistent und kann als Alternative zu Kunststoffdämmplatten im Außenbereich eingesetzt werden. Die Platten sind nicht recycelbar, weil die Montage mit Bitumen oder Klebern erfolgt.
Als Schaumglasschotter kann es die Funktion einer Dränageschicht und, entsprechend verdichtet, einer tragfähigen Bodenplatte übernehmen.

Schimmel
entsteht, wenn ihm günstige Wachstumsbedingungen geboten werden wie zuviel Feuchtigkeit und erhöhte Temperaturen, insbesondere durch:

  • dichte, nicht diffusionsfähige oder nicht ausreichend trockene Wände (Neubaufeuchte)
  • Möbel mit dampfdichten Oberflächen
  • dampfdichte Tapeten und synthetische Raumtextilien
  • unzureichende und falsche Lüftung
  • defekte Rohrleitungen, Regenrinnen, Wasserschäden im Gebäude usw.
Schimmelpilze (Fadenpilze) sind vor allem bei erhöhtem Pilzbefall und einer schlechten Abwehrlage des Organismus ein Problem. Sie verursachen Pilzerkrankungen (Mykosen) und produzieren Giftstoffe (Mykotoxine). Da sie allgegenwärtig sind, ist die erste Maßnahme der Entzug des Nährbodens. Das sind organische Stoffe wie Erde, Holz, Staub, Kunststoff, Fugen aber auch Staubbeläge auf ansonsten mineralisch verputzten bzw. gestrichenen Wänden. Für eine gezielte Sanierung ist es wichtig, die jeweils vorhandene Pilzart aus mehr 100.000 Schimmel- und Hefepilzarten zu identifizieren. Dazu erfolgen Probenahmen von Oberflächen und Raumluft, die dann labortechnisch ausgewertet werden. Wenn gewünscht, wird im Verlauf der Sanierung der behandelnde Arzt einbezogen, um den Erfolg der Maßnahem zu überwachen.


Maßnahmen zur Selbsthilfe sind:
  • um eine ungehinderte Wärmeabgabe zu gewährleisten, keine Möbel oder Vorhänge vor Heizungen platzieren
  • in Nassräumen auf Holzverschalungen und Tapeten verzichten
  • diffusionsoffene Wandanstriche wie z. B. mit Sumpfkalk aufbringen
  • ausreichende regelmäßige Stoßlüftung mindestens 3x täglich jeweils bis zu 15 min
  • die relative Luftfeuchtigkeit in Innenräumen mittels Hygrometer überwachen, sie sollte optimal 45 bis 50 % betragen
  • in Räumen mit hohem Feuchteanfall wie Küche, Bad, Schlafzimmer, Keller die Möblierung und das Inventar regelmäßig auf verdeckten Befall z. B. an der Unterseite von Matratzen, in und unter Schränken usw. prüfen und reinigen
  • vorhandenen, kleinflächigen Befall mit Essigessenz, Spiritus oder medizinischem Alkohol tränken, dann mit Bürste oder Tuch vorsichtig abreiben; eine Sanierung sollte sich anschließen, weil damit die Ursache nicht beseitigt wurde

Sick Building
Leiden durch krank machende Einflüsse in Gebäuden; die Symptome zeigen sich nur beim Aufenthalt in einem Gebäude; es sind stets mehrere Personen betroffen

Das Sick Building Syndrom tritt in Gebäuden hauptsächlich dann auf, wenn

  • die Luft durch Klimaanlagen zirkuliert
  • neue (Büro) möbel gekauft wurden
  • die Räume frisch renoviert wurden
  • ein neuer Teppichboden verlegt wurde
  • der Luftaustausch behindert wird

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Störzonen, geopathologisch
Es ist entscheidend von der Konstitution eines Menschen abhängig, ob geopathologische Einflüsse schaden. Geopathogene Zonen sind z. B. unterirdische Wasserläufe, geologische Verwerfungen und Spalten und Lagerstätten von Kohle, Öl, Gas, Erzen, Salzen usw. Sie sind als verändertes elektromagnetisches Feld oder stärkere Gamma- und Neutronenstrahlung über diesen Stellen nachweisbar.

Festgestellt werden die Störzonen u. a. mit objektiven physikalischen Messungen wie UKW-Feldstärke- und Szintillationsmessungen, Messung der Luftionisation und der pH-Werte des Bodens sowie durch Mutung - Wahrnehmung von Bodeneinflüssen mittels Wünschelrute aus Weide oder Hasel, auch Drahtschleifen oder Metallstäbe -.
Auswirkungen geopathologischer Störzonen sind beim Menschen z. B. Schlafstörungen, Nervosität, Konzentrationsschwäche und im weiteren Verlauf Organschäden, Allergien, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und angeborene Missbildungen; bei Tieren Tumorbefall, Flucht, Kannibalismus, bei Pflanzen verminderter Ertrag und Wachstumsstörungen. Pilzbefall, Dreh- und Krüppelwuchs. Anzeiger von Störzonen können bei Tieren z. B. Katzen, Ameisen, Schlangen, Eulen und Bienen, bei Pflanzen Eiche, Lärche, Weide, Flieder, Holunder, Pilze, Farne und Nesseln sein.

Taupunkt
Er ist erreicht, wenn sich Luft soweit abkühlt, daß die relative Luftfeuchte 100% beträgt. Bei weiterer Abkühlung kondensiert der Wasserdampf und schlägt sich an den kalten Umgebungsflächen als Tauwasser nieder. Die Temperatur, bei der das geschieht, ist die Taupunkttemperatur (Taupunkt). Um Bauschäden zu verhindern, sollte die Oberflächentemperatur der Bauteilinnenseiten über der Temperatur der angrenzenden Luft liegen. Die relative Luftfeuchtigkeit kann mit einem Hygrometer kontrolliert werden.      zum download der Übersicht der Taupunkttemperaturen

Teer
wird durch thermische Zersetzung (Pyrolyse) aus Holz, Braunkohle oder Steinkohle gewonnen. Teerprodukte dürfen wegen ihrer Schadstoffanteile in Deutschland nicht als Baustoffe verwendet werden. Braunkohlenteer wird vorwiegend zu Treibstoffen verarbeitet, Steinkohlenteer zur Herstellung von Farbstoffen, Kunstharzen, Lacken und Treibstoffen.

Toxikologie
Lehre von Wirkung und Nachweis von Giften im Körper

Wärmebrücken
auch "Kältebrücken" genannt, sind einzelne, lokal begrenzte Schwachstellen in den Außenwänden. Sie haben eine wesentlich geringere Wärmedämmung als die benachbarten Flächen. Durch die höheren Wärmeverluste kann sich dort verstärkt Tauwasser bilden. Gefährdete Bereiche sind z. B. Balkonvorsprünge, nicht gedämmte Heizkörpernischen, Rollladenkästen, der Übergang von Decken und Wänden und Bereiche, in denen sich Dämmstoffe setzen bzw. schrumpfen.

Künstliche Wasseradernkreuzung

Künstliche Wasseradernkreuzung   (speichern unter ---> 4,7 MB)

Zellulosedämmung
ist zerfasertes Altpapier, dem Borsalze beigemengt werden. Dadurch ist die Dämmung normal entflammbar (Brandschutzklasse 2), schimmel- und schädlingsresistent. Zellulosedämmung ist wieder verwertbar aber nicht kompostierbar. Zellulosedämmung hat sehr gute Dämmeigenschaften. Sie wird in die zu dämmenden Hohlräume eingeblasen und verdichtet. Wegen der starken Staubentwicklung sind Atemschutzgeräte zu tragen

Zement
ist natürlich vorkommender Kalkstein, der bei hohen Temperaturen gebrannt und danach fein gemahlen wird. Durch Zugabe von Zusätzen wie z.B. Hochofenschlacke, können die Zementeigenschaften (Abbindegeschwindigkeit, Abbindetemperatur) gezielt beeinflusst werden. Zement ist ein hydraulisches Bindemittel für Beton, Mauer- und Putzmörtel, das in Verbindung mit Wasser in der Luft und unter Wasser erhärtet und wasserfest bleibt. In frischem Zustand ist das Gemisch von Zementleim mit Sand unterschiedlicher Körnung beliebig formbar. In festem Zustand verbindet der Zementstein das Korngerüst.

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