Baubiologie
 
Baubiologie ist die Lehre von den ganzheitlichen Beziehungen zwischen dem Menschen und der Wohnumwelt.
(Quelle: IBN)


Unsere Vorfahren bauten jahrtausendelang bio-"logisch", weil die zur Verfügung stehenden Materialien und Handwerkstechniken gar nichts anderes zuließen. Die Baubiologie entwickelte sich als eigenständiges Fachgebiet in den siebziger Jahren, als erstmals auch negative Auswirkungen der verstärkten Technisierung und Chemisierung in der Baustoff- und Bauindustrie bekannt wurden. Nicht alle fertigungstechnischen Rationalisierungen und zeitsparenden Baustoffzusätze harmonierten mit den Anforderungen an ein gesundes und "stressfreies" Wohnumfeld - Stress im Sinne von kräftezehrendem Ausgleich von Defiziten, dadurch weniger Erholung und unzureichende Regenerierung der Arbeits- und Lebenskraft => Sick Building Syndrom.

In der ehemaligen DDR spielte das Thema nur eine untergeordnete Rolle, da auf Grund der Mangelwirtschaft keine derartige Vielfalt an Substanzen und deren Kombinationen im Wohnumfeld anzutreffen war. Kritische Stimmen konnten sich ohnehin nicht ausreichend Gehör verschaffen. Das änderte sich mit der Angleichung an bundesdeutsche Lebensbedingungen nach der Wende.

Einen weiteren Aufschwung nahm die Baubiologie Anfang der neunziger Jahre mit dem zunehmenden Einfluss technischer Strahlungen und elektromagnetischer Felder durch die Entwicklungen auf dem Mobilfunk- und Kommunikationssektor. Einflüsse auf das Befinden exponierter Personen wurden zunächst nur vermutet, später wissenschaftlich dokumentiert und publiziert.

Nach Vorbildern in Österreich und der Schweiz gibt es seit Anfang der achtziger Jahre zwei staatlich anerkannte Institute für Baubiologie in Bayern, die eine entsprechend fundierte postgraduale Ausbildung für bauverwandte Berufe anbieten und zertifizieren. Diese wird als Fernstudium praktiziert, in Verbindung mit Vor-Ort-Seminaren und einer abschließenden Prüfung. Vermittelt wird komplexes Wissen über die Wechselbeziehungen Mensch - bauliche Hülle.

Die Ausbildung umfaßt die Fachbereiche Ökologie und Umwelttechnik, medizinische und toxikologische Grundlagen, Strahlenbiologie, Wohnphysiologie, Biokybernetik, chemische Grundlagen und Analysemethodik, physikalische und elektrotechnische Messtechnik, Radioaktivität in der Geosphäre und bei Baustoffen, Baustoffkunde mit Ökobilanz und Primärenergiegehalt, Holzschutz ohne Gift, biologische Oberflächenbehandlung, bauphysikalische und haustechnische Grundlagen, Elektromagnetische und geomagnetische Felder, Einflüsse von Licht / Farbe / Lärm, Harmonie- und Formenlehre, ökologische Siedlungsplanung, Umwelt- und Baurecht, etc.

Das Berufsbild "Baubiologe" ist nicht gesetzlich geschützt, wie z. B. der Architekt im Architektenrecht. Deshalb finden sich auch Anbieter, die ohne diese Ausbildung vermeintlich baubiologische Leistungen im Programm haben. Für den Verbraucher ist es nicht einfach, diese von "qualifizierten" Angeboten zu unterscheiden. Sicherheit besteht nur durch den Nachweis der genannten Abschlüsse und dem Zusatz "Baubiologe IBN bzw. IBR", was für den Abschluss beim "Institut für Baubiologie Neubeuern" bzw. dem "Institut für Baubiologie Rosenheim" steht. Weitere Informationen auch unter www.baubiologie-ibn.de oder www.baubiologie-ibr.de